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Auswirkungen der vierten Covid-19-Welle auf den Arbeitsmarkt


Das Wachstum der Stellenausschreibungen insgesamt ist weiterhin stabil hoch. Allerdings zeichnen sich erste negative Auswirkungen der vierten Welle für Jobs mit hohem Kundenkontakt ab. Gleichzeitig werden Homeoffice-Jobs wieder stärker nachgefragt.

Die Stellenausschreibungen auf Indeed lagen am 03. Dezember 2021 um 45,8 Prozent über dem Stand vom 01. Februar 2020, dem Ausgangswert vor der Pandemie. Saisonale Schwankungen haben wir bereinigt. Innerhalb der letzten drei Wochen haben die Stellenausschreibungen um 2,9 Prozent zugenommen.

Von Mitte Oktober bis Mitte November hatte sich der Trend abgeflacht, um dann wieder erneut steil anzusteigen. Die aktuellen Entwicklungen der Stellenausschreibungen deuten auf ein erneutes Abflachen hin. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass eine vierte Welle solche dramatischen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben wird wie die erste Welle im Frühjahr 2020, als die Stellenausschreibungen um 21 Prozent einbrachen. Sowohl die zweite Covid-19 Welle als auch die dritte Covid-19-Welle haben die Erholung des Arbeitsmarktes zwar kurzzeitig gebremst, aber die Zahl der Stellenausschreibungen ist nicht wieder eingebrochen. Stattdessen ließ sich eine gewisse Stagnation auf dem jeweiligen Vor-Wellen-Niveau beobachten. Daraus lässt sich schließen, dass sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte mittlerweile Erfahrungen mit der Pandemie gesammelt haben und wissen, wie sie am besten mit den Einschränkungen weiterarbeiten können. Hinzu kommt, dass Arbeitgeber mittlerweile auch ein Stück weit antizipieren können, dass sie nach den Wellen wieder mehr Personal benötigen und dementsprechend ihr Recruiting nicht völlig herunterfahren.

Einschätzung der Auswirkungen der vierten Welle auf den deutschen Arbeitsmarkt

Wie stark sich die Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Welle auf den Arbeitsmarkt auswirken werden, wird letztlich natürlich auch davon abhängen, ob die Lockdown-Maßnahmen in den nächsten Wochen weiter verschärft werden müssen. Unternehmen und Betriebe, die gut durch die letzten Wellen gekommen sind und ihre Beschäftigten in das Homeoffice schicken können, werden damit auch dieses Mal Erfolg haben. Derzeit wird in mehr als jeder zehnten Stellenanzeige mit der Möglichkeit geworben, aus dem Homeoffice arbeiten zu können. Zudem sehen wir aktuell einen weiteren Anstieg der Suchen nach Jobs im Homeoffice. Mittlerweile beziehen sich 2 Prozent der Suchanfragen auf Jobs, die von Zuhause erledigt werden können. Dieser Wert ist gerade in den letzten Wochen noch einmal kräftig in die Höhe geschnellt. Beschäftigten in Deutschland ist mittlerweile klar, was steigende Inzidenzen und Einschränkungen zur Pandemiebekämpfung für ihren Job bedeuten – sie wollen dementsprechend vorsorgen.

Liniendiagramm mit dem Titel „%-Anteil der Suchanfragen nach “Homeoffice” oder ähnlichen Begriffen“. Auf einer vertikalen Achse, die von 0 % bis 2,0 % reicht, zeigt Indeed die prozentuale Veränderung der Homeoffice-Suchanfragen zwischen Januar 2020 und Ende November 2021. Ende November 2021 sind 1,9 % aller Suchanfragen auf Indeed nach Homeoffice-Jobs.

Vor einer größeren Herausforderung stehen hingegen Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten aufgrund ihrer Aufgaben nicht ins Homeoffice schicken können. Hier werden sich gute Hygienekonzepte auszahlen, um die eigenen Beschäftigten zu schützen und einer Quarantäne vorzubeugen, die möglicherweise die Aufrechterhaltung des Betriebs in Gefahr bringen könnte. Schwieriger wird es ohne Frage für Wirtschaftsbereiche, die unmittelbar von etwaigen Lockdown-Maßnahmen betroffen sein werden. Für etwa Kultureinrichtungen, Restaurants und Bars wären Schließungen ein schwerer Schlag. Seit knapp drei Wochen können wir beobachten, dass die Stellenausschreibungen für Jobs in der Lebensmittelzubereitung,- herstellung, -verkauf und der Gastronomie ebenso wie für Jobs in der Beherbung, im Tourismus und für Veranstaltungen, Sport sowie Beauty und Wellness wieder leicht rückläufig sind. Der Anstieg der Inzidenzen scheint hier Arbeitgeber alarmiert und den Recruiting-Aktivitäten einen Dämpfer verpasst zu haben. Wir werden die Entwicklungen der Stellenausschreibungen weiter beobachten und aktuell darüber berichten.

Tabelle mit dem Titel „Vierte Covid-Welle: Rückläufiges Jobangebot für Gastronomie & Co“. Indeed vergleicht die prozentuale Veränderung der Stellenausschreibungen auf Indeed Deutschland zwischen dem 01. Februar 2020 und dem 03. Dezember 2021 für verschiedene Berufe, unterteilt in die Abschnitte „Rückgang mit steigenden Inzidenzen“ und „Weiterhin positive Entwicklung”. Stellenausschreibungen u. a. für Beauty und Wellness Jobs wurden in den letzten 3 Wochen weniger häufig ausgeschrieben.

Methodische Hinweise

Alle Zahlen in diesem Blogbeitrag sind die prozentuale Veränderung der saisonbereinigten Stellenausschreibungen seit dem 01. Februar 2020 unter Verwendung eines gleitenden Durchschnitts über 7 Tage. Der 01. Februar 2020 ist dabei unser Basiswert aus der Zeit vor der Pandemie. Wir bereinigen jede Zeitreihe saisonal, basierend auf historischen Mustern in den Jahren 2017, 2018 und 2019. Jede Zeitreihe, einschließlich des nationalen Trends, der Berufssektoren und der subnationalen Geografien, wird separat saisonal bereinigt. Wir haben diese neue Methodik im Januar 2021 eingeführt. Die Daten für den 24. bis 30. Juni 2021 fehlen und wurden interpoliert.

Dieser Blogbeitrag basiert auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Daten der Indeed Deutschland Website. Diese Informationen sind keine Vorhersage zukünftiger Ereignisse und umfassen sowohl bezahlte als auch unbezahlte Stellenausschreibungen.