Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Die Heimat des amtierenden Fußball-Weltmeisters trotzt dem allgemeinen Abwärtstrend des Stellenmarkts in Europa: Der spanische Indeed Arbeitsmarkt Index lag am 17. Juli bei 145 Punkten – weit über dem Wert des Euroraums von lediglich 105 Punkten.
- KI-bezogene Stellenausschreibungen befinden sich im Aufwärtstrend – im Gegensatz zur allgemeinen Abkühlung der Arbeitsnachfrage.
Das vollständige Europäische Arbeitsmarkt-Chartbook, Juli 2026 zeigt eine umfassende Einordnung des Arbeitsmarkts in Europa. Weitere Daten werden regelmäßig aktualisiert und können in unserem Indeed Datenportal frei abgerufen werden.
Die sich Ende 2025 abzeichnende Stabilisierung der Arbeitsnachfrage ist in Europa inzwischen in weite Ferne gerückt. Am 17. Juli stand der Indeed Arbeitsmarkt Index bei 105 Punkten – fast 10 % niedriger als zu Jahresbeginn. Der Rückgang umfasst dabei viele Wirtschaftsbereiche: In Deutschland, Irland, Belgien, Frankreich und Großbritannien ist mittlerweile mehr als die Hälfte der erfassten Berufsgruppen unter das Niveau vor der Pandemie gefallen.
Trotz trüber Konjunkturaussichten und eines unsicheren geopolitischen Umfelds gibt es Ausnahmen. So steht der Fußballweltmeister auch bei der europäischen Arbeitsnachfrage an der Tabellenspitze: Die spanischen Stellenausschreibungen liegen weiterhin 45 % über dem Niveau von Februar 2020. Die erhöhte Arbeitsnachfrage erstreckt sich dabei über viele Berufsgruppen – von konjunkturabhängigen Branchen wie dem Bauwesen bis zu strukturell nachgefragten Jobs im Gesundheitswesen wie Therapie, Pflege sowie Ärzt*innen. Eine höhere Personalnachfrage bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Arbeitsmarkt insgesamt gesünder ist. Spanien weist nach wie vor eine der höchsten Arbeitslosenquoten Europas auf – 10 % in der Gesamtbevölkerung und 24 % bei Jugendlichen.

KI sticht als Wachstumsmotor am Stellenmarkt hervor. Der Indeed KI Tracker zeigt, dass der Anteil der Stellenausschreibungen, die KI-Begriffe erwähnen, weiter steigt – Irland führt mit 15 %, gefolgt von Spanien (13 %) und Großbritannien (9 %). Eine aktuelle Analyse zeigt zudem, dass Arbeitgeber KI ausdrücklich in die Berufsbezeichnungen aufnehmen – und das in einem immer breiteren Spektrum von Berufen. In Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien taucht KI inzwischen häufiger in Jobtiteln außerhalb als innerhalb des Technologiesektors auf. Über zahlreiche Branchen hinweg wächst die Nachfrage nach Bewerber*innen, die überzeugend darlegen können, wie KI ihre Arbeit neu definiert.

Die niedrige Arbeitslosigkeit (6,2 %) und eine robuste Personalnachfrage in einzelnen Wirtschaftsbereichen deuten auf eine gewisse strukturelle Resilienz des europäischen Arbeitsmarkts hin. Dennoch geht das Stellenangebot insgesamt weiter zurück und diverse Risiken erschweren eine umfassende Erholung – darunter geopolitische Konflikte im Nahen Osten sowie die politische Unsicherheit nach dem Amtswechsel an der britischen Regierungsspitze. Die Europäische Zentralbank (EZB) verordnete der europäischen Wirtschaft zwar eine Zinspause, signalisierte aber bereits die nächste Erhöhung der Leitzinsen – auch dies wäre ein weiterer Bremsklotz für den europäischen Arbeitsmarkt.