Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Im April 2026 übertreffen die Stellenausschreibungen der größten europäischen Rüstungsunternehmen das Niveau von 2021 um 65 %, während der Gesamtmarkt rund 15 % darunter liegt.
  • Rüstungsunternehmen suchen Fachkräfte für Softwareentwicklung, Produktion, Technik & Mechanik sowie im Ingenieurwesen.
  • Jobsuchende in Deutschland zeigen weiterhin großes Interesse an der Branche; sie suchen auch nach Ausbildungsplätzen und anderen Einstiegsmöglichkeiten.

Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen haben europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben in den letzten Jahren deutlich erhöht. Im Jahr 2024 flossen 1,9 % des Bruttoinlandsprodukts der EU-Staaten in die Verteidigung (nach 1,6 % in 2023). Für 2025 werden 2,1 % prognostiziert. Damit hat die Rüstungsindustrie auch wirtschaftlich an Gewicht gewonnen. Eine aktualisierte Hiring Lab Analyse zeigt, dass die größten europäischen Rüstungsunternehmen weiterhin verstärkt nach Arbeitskräften suchen. Die Stellenausschreibungen liegen im April 2026 rund 65 % über dem Niveau von 2021.

Stellenangebot der europäischen Rüstungsunternehmen stabil auf hohem Niveau

Das Stellenangebot der größten europäischen Rüstungsunternehmen auf Indeed ist im vergangenen Jahr auf hohem Niveau geblieben. Ab 2022 hatte sich seine Entwicklung vom Gesamtmarkt entkoppelt und erreichte Spitzenwerte, die bis zu doppelt so hoch waren wie der Durchschnitt von 2021 vor dem Ukraine-Krieg. Nach einem Rückgang in den Jahren 2023/2024 schwankte das Stellenangebot der Rüstungsunternehmen zwischen 25 % und 45 % über dem Vorkrisenniveau. Bis zum April 2026 stieg es zuletzt wieder auf 65 % über dem Referenzwert an (+14 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Der Gesamtmarkt hingegen setzte seinen Abwärtstrend fort und liegt derzeit 15 % unter dem Niveau von 2021 (-12 % gegenüber dem Vorjahresmonat).

Das Liniendiagramm mit dem Titel “Stellenangebot europäischer Rüstungsunternehmen verbleibt auf hohem Niveau” zeigt die monatlichen Stellenausschreibungen der größten europäischen Rüstungsunternehmen auf den Indeed-Webseiten der EU- und europäischen NATO-Staaten sowie der Schweiz im Vergleich zur Gesamtzahl der Stellenausschreibungen auf diesen Indeed-Webseiten. Die Werte sind zum Durchschnitt des Jahres 2021 indexiert.
Das Liniendiagramm mit dem Titel “Stellenangebot europäischer Rüstungsunternehmen verbleibt auf hohem Niveau” zeigt die monatlichen Stellenausschreibungen der größten europäischen Rüstungsunternehmen auf den Indeed-Webseiten der EU- und europäischen NATO-Staaten sowie der Schweiz im Vergleich zur Gesamtzahl der Stellenausschreibungen auf diesen Indeed-Webseiten. Die Werte sind zum Durchschnitt des Jahres 2021 indexiert.

In Frankreich werden die meisten Stellen der Rüstungsindustrie ausgeschrieben – 33 % im Durchschnitt von Januar bis April 2026. Dieser Anteil am Stellenangebot ist in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich gesunken (55 % in 2020), zugunsten anderer Länder wie Italien (1 % in 2020, 13 % im Januar bis April 2026). Deutschland und Großbritannien hielten ihre Anteile relativ stabil bei 20 % der Stellenausschreibungen.

Rüstungsunternehmen suchen technische Fachkräfte für die Entwicklung und Produktion von Soft- und Hardware

Die Zusammensetzung des Stellenangebots der Rüstungsbranche nach Berufsgruppen blieb im Jahresvergleich relativ stabil und spiegelt die Bedarfe von Industrieunternehmen mit einem starken Technologiefokus wider. Zuletzt entfielen ähnliche Anteile der Stellenanzeigen auf die Softwareentwicklung (14,7 % im Zeitraum Januar bis April 2026) sowie Arbeitskräfte in Produktion, Technik & Mechanik (14,6 %) wie Metallbauer*innen, Elektroniker*innen oder Industriemechaniker*innen. An dritter Stelle folgt das Ingenieurwesen mit 11,5 %. Zwischen Berufen in der Softwareentwicklung und dem Ingenieurwesen gibt es jedoch zum Teil Überschneidungen, insbesondere im Bereich Elektrotechnik: Viele gesuchte Profile liegen an der Schnittstelle zwischen Software und Hardware, daher wird in Stellenangeboten für etwa Systemingenieur*innen oder Systemarchitekt*innen oft entweder ein ingenieurwissenschaftlicher oder ein IT-Hintergrund gefordert.

Das Balkendiagramm “Rüstungsunternehmen suchen IT- und ingenieurwissenschaftliche Spezialist*innen sowie Fachkräfte für die Produktion” zeigt den Anteil der Stellenausschreibungen der größten europäischen Rüstungsunternehmen auf Indeed nach Berufsgruppen im Vergleich Januar bis April 2025 und Januar bis April 2026. Auf die Bereiche Softwareentwicklung sowie Produktion, Technik & Mechanik entfallen etwa gleich viele Stellen.
Das Balkendiagramm “Rüstungsunternehmen suchen IT- und ingenieurwissenschaftliche Spezialist*innen sowie Fachkräfte für die Produktion” zeigt den Anteil der Stellenausschreibungen der größten europäischen Rüstungsunternehmen auf Indeed nach Berufsgruppen im Vergleich Januar bis April 2025 und Januar bis April 2026. Auf die Bereiche Softwareentwicklung sowie Produktion, Technik & Mechanik entfallen etwa gleich viele Stellen.

Jobsuchende in Deutschland zeigen ungebrochenes Interesse an der Rüstungsindustrie

Mit wachsender wirtschaftlicher Bedeutung der Branche steigt auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Zu Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 verdreifachten sich die monatlichen Indeed-Suchanfragen nach den größten Rüstungsunternehmen oder branchenspezifischen Begriffen – von 0,026 % im Januar 2022 auf 0,084 % im März 2022. Seitdem blieb das Interesse über dem Niveau der Vorjahre. Im Februar/März 2025, möglicherweise beeinflusst durch die Debatte um die Lockerung der Schuldenbremse, erreichte der Suchanteil mit 0,088 % seinen bisherigen Höchststand. Auch im vergangenen Jahr blieb das Suchinteresse auf ähnlichem Niveau und lag im April 2026 durchschnittlich bei 0,071 %.

Das Liniendiagramm mit dem Titel “Das Interesse Jobsuchender an der Rüstungsindustrie bleibt erhöht” zeigt den monatlichen Anteil der Suchanfragen nach den größten europäischen Rüstungsunternehmen sowie Variationen der Begriffe Rüstungs-/Verteidigungs-/Waffenindustrieunternehmen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch an den Suchanfragen insgesamt auf Indeed Deutschland. 
Das Liniendiagramm mit dem Titel “Das Interesse Jobsuchender an der Rüstungsindustrie bleibt erhöht” zeigt den monatlichen Anteil der Suchanfragen nach den größten europäischen Rüstungsunternehmen sowie Variationen der Begriffe Rüstungs-/Verteidigungs-/Waffenindustrieunternehmen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch an den Suchanfragen insgesamt auf Indeed Deutschland. 

Eine Analyse der Suchbegriffe, die gemeinsam mit den rüstungsrelevanten Begriffen in die Suchmaske eingeben werden, zeigt: Die Rüstungsindustrie ist für ein vielfältiges Spektrum an Jobsuchenden relevant geworden. Unter den 30 meist gesuchten Begriffen des vergangenen Jahres  stehen Ausbildung, Praktikum und Werkstudent ganz oben. Dies legt nahe, dass junge Menschen am Anfang ihrer Karriere die Wachstumschancen der Branche erkennen. Neben Ortsnamen, an denen sich Niederlassungen von Rüstungsunternehmen befinden, spiegeln Berufsbezeichnungen wie Mechaniker, Ingenieur, Metallbauer, Werkstofftechnik oder IT den spezifischen Personalbedarf der Branche wider. Interesse besteht jedoch auch an betrieblichen oder unterstützenden Funktionen wie Controller, Jurist oder Pförtner.

Das Wortwolkendiagramm mit dem Titel “Berufseinsteiger*innen und Jobsuchende aus vielfältigen Berufen interessieren sich für die Rüstungsindustrie” zeigt die 30 Begriffe, die zwischen Mai 2025 und April 2026 am häufigsten gemeinsam mit den Namen der größten europäischen Rüstungsunternehmen sowie Variationen der Begriffe Rüstungs-/Verteidigungs-/Waffenindustrieunternehmen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch auf Indeed Deutschland gesucht wurden.
Das Wortwolkendiagramm mit dem Titel “Berufseinsteiger*innen und Jobsuchende aus vielfältigen Berufen interessieren sich für die Rüstungsindustrie” zeigt die 30 Begriffe, die zwischen Mai 2025 und April 2026 am häufigsten gemeinsam mit den Namen der größten europäischen Rüstungsunternehmen sowie Variationen der Begriffe Rüstungs-/Verteidigungs-/Waffenindustrieunternehmen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch auf Indeed Deutschland gesucht wurden.

Fazit

Jobsuchende mit unterschiedlichem Hintergrund suchen zunehmend in der wachsenden Rüstungsindustrie Halt – eine nachvollziehbare Entwicklung angesichts des angespannten Arbeitsmarktes und der Schwäche traditioneller Industrien. Geopolitische Spannungen wie der Ukraine-Krieg und Konflikte im Nahen Osten sowie politische Weichenstellungen wie die Reform der deutschen Schuldenbremse und die auf dem letzten NATO-Gipfel beschlossene 3,5 % Verpflichtung für Verteidigungsausgaben dürften die Bedeutung der Branche weiter steigern. Dennoch darf die wachsende Rolle der Rüstungsindustrie – selbst mit potenziellen Spillover-Effekten etwa in den Bereichen KI oder Cybersicherheit – nicht von strukturellen wirtschaftlichen Herausforderungen ablenken. Die Rüstungsindustrie bleibt gemessen an Umsatz oder Beschäftigung trotz hoher Wachstumsraten ein vergleichsweise kleiner Industriezweig. Die Erneuerung traditioneller Branchen wie der Automobilindustrie erfordert eigene Antworten.

Methodik

Stellenausschreibungen

Die Analyse umfasst Stellenanzeigen von 25 der größten europäischen Rüstungsunternehmen, die im Top-100-Ranking des SIPRI gelistet sind (für zwei europäische Unternehmen aus dem Ranking lagen keine Daten vor: JSC Ukrainian Defence Industry und Czechoslovak Group). Der Betrachtungszeitraum umfasst Stellenausschreibungen auf Indeed-Webseiten innerhalb der EU sowie anderer europäischer NATO-Mitgliedsstaaten und der Schweiz.

Für die meisten Unternehmen wurden relevante Stellenausschreibungen mithilfe der unternehmenseigenen Taxonomie von Indeed identifiziert. Bei einigen Tochtergesellschaften größerer Konzerne, bei denen der Anteil der Rüstungsverkäufe am Gesamtumsatz unter 20 % liegt (z. B. Thyssenkrupp Marine Systems, Safran Defence, Airbus Defence and Space), erfolgte die Datenerhebung über stichwortbasierte Extraktion, um nur die Stellenausschreibungen der Rüstungssparte der jeweiligen Konzerne zu erfassen.

Stichprobe der Unternehmen: Airbus, Atomic Weapons Establishment, Babcock International, BAE Systems, CEA, Dassault Aviation, Diehl, Fincantieri, Hensoldt, KNDS, Kongsberg, Leonardo, MBDA, Melrose Industries, Naval Group, Navantia, PGZ, Qinetiq, Rheinmetall, Rolls-Royce, Saab, Safran, Serco Group, Thales, ThyssenKrupp.

Suchanfragen

Um das Interesse der Jobsuchenden an der Rüstungsindustrie zu messen, wurde der Anteil der Suchanfragen nach den in der Stichprobe enthaltenen Unternehmen sowie nach Variationen der Begriffe Rüstungs-/Verteidigungs-/Waffenindustrieunternehmen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch auf den jeweiligen europäischen Indeed Webseiten berechnet.