Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Das Stellenangebot auf Indeed in Deutschland sank seit Jahresbeginn bis Mitte April um 4,6 %.
  • Der Rückgang konzentrierte sich in Deutschland sowie in Vergleichsmärkten auf den Zeitraum seit Anfang März, was mit der wirtschaftlichen Verunsicherung seit Beginn des Irankriegs zusammenhängen könnte.
  • Die meisten Berufsgruppen verzeichneten Rückgänge – einzig im Personalwesen legten die Stellenausschreibungen um 8,6 % zu.
  • Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen gingen saisonal untypisch um 3,7 % zurück, während das Interesse der Jobsuchenden an Ausbildungsstellen einen Höchststand erreichte.

Unser quartalsweise erscheinendes Arbeitsmarkt Update betrachtet wichtige Trends auf dem Arbeitsmarkt unter Verwendung von Indeed-Daten und ergänzt damit Daten der amtlichen Statistik. Die hier verwendeten Daten werden regelmäßig aktualisiert und können in unserem Indeed Datenportal frei abgerufen werden. Das aktuelle European Labor Market Trends Chartbook ist hier verfügbar. 

Wegen eines methodischen Updates bei der Berechnung des Indeed Arbeitsmarkt Index hat sich die Veröffentlichung des Arbeitsmarkt Updates Q1 verzögert. Um eine möglichst aktuelle Betrachtung zu liefern, wurde daher in diesem Beitrag die Entwicklung bis zum 24. April statt zum 31. März analysiert.

Die deutsche Wirtschaft begann das Jahr mit vorsichtigem Optimismus. Nach einer längeren Phase der Stagnation und Rezession sollte 2026 das Jahr werden, in dem Deutschland wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehrt. Doch seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs am 28. Februar steht ein großes Fragezeichen hinter diesem erhofften Aufschwung. So halbierte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose von 1% auf 0,5 %. Das DIW-Konjunkturbarometer, das zuvor monatelang gestiegen war, sank im März abrupt unter die neutrale Marke. Auch die Stimmung unter den Unternehmen war laut dem ifo-Geschäftsklima zuletzt merklich schlechter als im Vormonat. 

Das Stellenangebot ist seit Jahresbeginn um 4,6 % zurückgegangen

Die wirtschaftliche Verunsicherung spiegelt sich auch am Arbeitsmarkt wider. Der Indeed Arbeitsmarkt Index für Deutschland ging zwischen dem 1. Januar und Mitte April 2026 um 4,6 % zurück. Mit einem aktuellen Stand von 110 Punkten notiert der Index damit 11 % unter dem Vorjahreswert und liegt mehr als ein Drittel unter seinem historischen Höchstwert von 173 Punkten im Mai 2022.

Die Entwicklung beschleunigt den Abwärtstrend im Stellenangebot erneut, nachdem sich der Stellenmarkt in der zweiten Jahreshälfte 2025 tendenziell stabilisiert hatte. Auffällig ist, dass der Rückgang vor allem im März stattfand (-0,9 % vom 1. Januar bis 28. Februar gegenüber -3,8 % zwischen 1. März und 24. April). Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch den Irankrieg bei Neueinstellungen wieder zurückhaltender agieren. 

Das Liniendiagramm mit dem Titel „Das Stellenangebot in Deutschland ist seit Jahresbeginn um 4,6 % zurückgegangen“ zeigt die Entwicklung des Indeed Arbeitsmarkt Index bis zum 24. April 2026. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ist seit 2022 um mehr als ein Drittel zurückgegangen, seit Jahresbeginn 2026 beträgt der Rückgang 4,6 %.
Das Liniendiagramm mit dem Titel „Das Stellenangebot in Deutschland ist seit Jahresbeginn um 4,6 % zurückgegangen“ zeigt die Entwicklung des Indeed Arbeitsmarkt Index bis zum 24. April 2026. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ist seit 2022 um mehr als ein Drittel zurückgegangen, seit Jahresbeginn 2026 beträgt der Rückgang 4,6 %.

Mit dem Rückgang der Stellenausschreibungen seit Jahresbeginn steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht allein da. In acht von neun Vergleichsländern wie Großbritannien (-7,4 %), Frankreich (-5,9 %) sowie im Euroraum insgesamt (-5,6%) sank das Stellenangebot. Einzig Spanien, dessen Arbeitsmarkt sich in den vergangenen Jahren schon wesentlich robuster als in anderen europäischen Ländern zeigte, verzeichnete einen Zuwachs von 4,1 %. In den USA stagnierte der Stellenmarkt mit -0,2 %. Eine Konzentration der Rückgänge seit Anfang März zeigt sich dabei auch länderübergreifend: So waren die Stellenausschreibungen zwischen dem 1. Januar und 28. Februar im Euroraum noch um 1,8 %, in den USA um 2,2 % und in Großbritannien um 0,4 % angestiegen, verzeichneten danach jedoch einen deutlichen Rückgang (Euroraum: 7,3 %; USA: 2,4 %; Großbritannien: 7,8 %).

Das Balkendiagramm mit dem Titel „Die Stellenausschreibungen gingen seit Jahresbeginn in den meisten Vergleichsmärkten zurück“ zeigt die Entwicklung des Indeed Arbeitsmarkt Index zwischen 1. Januar und 24. April 2026 in verschiedenen Ländern. Die Stellenausschreibungen gingen in allen Vergleichsmärkten außer in Spanien zurück. Deutschland befindet sich mit einem Rückgang von 4,6 % im unteren Mittelfeld.
Das Balkendiagramm mit dem Titel „Die Stellenausschreibungen gingen seit Jahresbeginn in den meisten Vergleichsmärkten zurück“ zeigt die Entwicklung des Indeed Arbeitsmarkt Index zwischen 1. Januar und 24. April 2026 in verschiedenen Ländern. Die Stellenausschreibungen gingen in allen Vergleichsmärkten außer in Spanien zurück. Deutschland befindet sich mit einem Rückgang von 4,6 % im unteren Mittelfeld.

Rückgänge in den meisten Berufsgruppen

Der Stellenmarkt kühlte sich zuletzt branchenübergreifend ab: In 34 von 36 Berufsgruppen sank das Stellenangebot. Besonders stark traf es  den Einzelhandel sowie den Bereich Bildung & Erziehung mit einem Minus von jeweils 13,2 %. Nur das Personalwesen stach mit einem Zuwachs von 8,6 % hervor. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da die Nachfrage nach HR-Fachkräften oft als Frühindikator gilt: Planen Unternehmen eine Ausweitung ihrer Belegschaft, bauen sie im ersten Schritt Kapazitäten in den Personalabteilungen auf. Allerdings zeigt auch dieser Indikator seit Ende Februar eine Delle. Nach einem kräftigen Anstieg von 10,4 % in den ersten zwei Monaten des Jahres folgte ab Anfang März ein Rückgang um 2,7 %. Es bleibt daher im Zuge der aktuellen Verunsicherung ungewiss, wie nachhaltig der Aufbau der Recruiting-Kapazitäten tatsächlich ist und ob bzw. wann dieser in eine breitere Erholung der allgemeinen Stellenausschreibungen mündet.

Das Hanteldiagramm mit dem Titel „Einzig das Personalwesen verzeichnete zuletzt einen substantiellen Zuwachs“ vergleicht den Indeed Arbeitsmarkt Index verschiedener Berufsgruppen zwischen dem 1. Januar und dem 24. April 2026. In 34 von 36 Berufsgruppen gingen die Stellenausschreibungen zuletzt zurück.
Das Hanteldiagramm mit dem Titel „Einzig das Personalwesen verzeichnete zuletzt einen substantiellen Zuwachs“ vergleicht den Indeed Arbeitsmarkt Index verschiedener Berufsgruppen zwischen dem 1. Januar und dem 24. April 2026. In 34 von 36 Berufsgruppen gingen die Stellenausschreibungen zuletzt zurück.

Delle bei den Berufsausbildungen

Üblicherweise erreicht der saisonal geprägte Ausbildungsmarkt im ersten Quartal den Höhepunkt auf Indeed. In diesem Jahr gibt es jedoch eine Abweichung von diesem Trend: Statt des üblichen Anstiegs der Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen von durchschnittlich 6,2 % zwischen dem vierten und ersten Quartal sank das Angebot um 3,7 %.  Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen die Stellenausschreibungen um 9,9 % niedriger – zum zweiten Mal in Folge. Die Entwicklung zeigt, dass die wirtschaftliche Schwäche weiterhin den Ausbildungsmarkt belastet. Nachdem die Zahl der neuen Ausbildungsverträge zuletzt um 2,8 % zurückgegangen war, lässt das nochmals schwächere Stellenangebot in diesem Jahr befürchten, dass dieser Abwärtstrend anhält.

Bemerkenswerterweise bleibt das Interesse der Jobsuchenden vom sinkenden Angebot an Ausbildungsstellen bisher unbeeindruckt. Der Anteil der Suchanfragen nach Ausbildungsplätzen auf Indeed, der ebenfalls saisonalen Schwankungen unterliegt, stieg im ersten Quartal auf 3 % und liegt damit leicht über dem Niveau des Vorjahresquartals (2,7 %). 

Das Liniendiagramm mit dem Titel „Ausbildungsstellen gingen im ersten Quartal saisonal untypisch zurück“ zeigt die Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen auf Indeed im Vergleich zum Gesamtmarkt. Die Daten sind als Quartalsdurchschnitte täglicher Daten aggregiert und zum Q1 2020 indexiert. Statt eines saisonal typischen Anstiegs zwischen Q4 2025 und Q1 2026 gingen die Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen zuletzt zurück.
Das Liniendiagramm mit dem Titel „Ausbildungsstellen gingen im ersten Quartal saisonal untypisch zurück“ zeigt die Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen auf Indeed im Vergleich zum Gesamtmarkt. Die Daten sind als Quartalsdurchschnitte täglicher Daten aggregiert und zum Q1 2020 indexiert. Statt eines saisonal typischen Anstiegs zwischen Q4 2025 und Q1 2026 gingen die Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen zuletzt zurück.

Abwarten statt Aufbruch

Nachdem sich der Rückgang des Indeed Arbeitsmarkt Index in der zweiten Jahreshälfte 2025 verlangsamt hatte, nahmen die Stellenausschreibungen zuletzt wieder stärker ab. Dieser Rückgang, der fast alle Berufsgruppen erfasst, zeigt, wie sehr die wirtschaftliche Schwäche – zuletzt verschärft durch die geopolitischen Spannungen des Iran-Kriegs – den deutschen Arbeitsmarkt belastet. Auch bei der Ausbildung neuer Fachkräfte halten sich Unternehmen zunehmend zurück, wie der Rückgang der Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen zeigt.

Einzig das Personalwesen setzt einen vorsichtigen Gegenakzent. Der Zuwachs in diesem Bereich deutet darauf hin, dass sich Unternehmen zwar personell für zukünftige Recruiting-Phasen rüsten, um bei einer konjunkturellen Wende schnell handeln zu können. Wann sich dieser Kapazitätsaufbau jedoch in einer tatsächlichen Zunahme der Stellenausschreibungen am Gesamtmarkt niederschlägt, bleibt angesichts der angespannten Lage ungewiss. Die Zeichen stehen derzeit eher auf Abwarten als auf Aufbruch.

Methodik

Methodische Hinweise zu den verwendeten Indeed Daten finden sich hier: Indeed Arbeitsmarkt Index. Wöchentlich erscheinen neue Daten des Indeed Arbeitsmarkt Index und sind in unserem Datenportal frei zugänglich. Die nahezu Echtzeitdaten des Indeed Arbeitsmarkt Index zeigen die Gesamtnachfrage nach Arbeitskräften auf Indeed sowie die Entwicklungen für einzelne Berufsgruppen. 

Die Zahl der Stellenausschreibungen auf Indeed.com ist kein Indikator für potenzielle Einnahmen oder Erträge von Indeed, das einen bedeutenden Prozentsatz des HR-Technologiesegments seiner Muttergesellschaft Recruit Holdings Co., Ltd. umfasst. Dies gilt sowohl für bezahlte als auch unbezahlte Stellenausschreibungen. Die Zahl der Stellenausschreibungen wird nur zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt und ist kein Indikator für die Leistung von Indeed oder Recruit. Weitere Informationen über die Umsatzerlöse des HR-Technologiesegments von Recruit finden Sie auf der Investor-Relations-Website von Recruit Holdings und in den Finanzberichten in Japan.