Arbeitsmarktanalysen

Kurzfristige Arbeitslosigkeit nimmt zu, ostdeutsche Bundesländer entwickeln sich gut


Das Indeed-Arbeitsmarktkommentar: Economist Annina Hering kommentiert die aktuellen Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Die Arbeitsmarktzahlen für Juni 2019 verharren auf einem ähnlichen Stand wie im Vormonat: Die Arbeitslosenquote ist nicht angestiegen und liegt im Juni 2019 bei 4,9 %, wie auch schon im Vormonat und nur marginal niedriger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt zwar weiter, allerdings langsamer als bisher.

Besonders hervorzuheben ist, dass das sonstige Sorgenkind der Langzeitarbeitslosigkeit derzeit der Stabilisator der Arbeitslosenquote ist. Die insgesamte Arbeitslosenquote der letzten sechs Monaten hat vor allem davon profitiert, dass die Langzeitarbeitslosigkeit relativ stabil bzw. leicht rückläufig ist. Demgegenüber schwächelt der Rückgang der Arbeitslosen, die weniger als zwölf Monate erwerbslos sind. Im Mai und nun auch im Juni ist ihr Anteil im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht angestiegen.

In welchen Wirtschaftszweigen gibt es Schwierigkeiten und wo läuft es gut? Die beiden Wirtschaftszweige, aus denen seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der höchste Zugang an Arbeitslosen verzeichnet wurde, ist das verarbeitende Gewerbe sowie Verkehr und Lagerei. Demgegenüber tragen die öffentliche Verwaltung, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie das Baugewerbe zur allgemeinen Stabilisierung der Arbeitslosenquote mit einem geringeren Zugang an Arbeitslosen bei.

Regional zeigen sich überraschende Unterschiede bei der Entwicklung der Arbeitslosenquote. Das Bundesland mit der weiterhin höchsten Arbeitslosenquote ist Bremen (10 %) und wird diesen Status wohl so schnell auch nicht verlieren, da die Arbeitslosigkeit dort im Vergleich zwischen den Bundesländern auch am stärksten angestiegen ist. Demgegenüber sinkt die Arbeitslosenquote gerade in den ostdeutschen Bundesländern weiterhin am stärksten. Das dürfte wohl damit zusammenhängen, dass in Ostdeutschland die Zahl der Arbeitslosen insgesamt höher liegt und die Vermittlung noch einfacher fällt. Die westdeutschen Bundesländer Baden-Württemberg, Hamburg und auch das Saarland haben diesen Monat einen Dämpfer erhalten und die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das schwächelnde verarbeitende Gewerbe wird hier seinen Anteil daran haben.

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