Arbeitsmarktanalysen

Indeed-Ausbildungsreport 2018: Was Arbeitgeber und Auszubildende suchen


Unternehmen und Schulabgänger agieren oftmals aneinander vorbei. Unsere Top­-3-­Empfehlungen für Arbeitgeber und Bewerber um das zu ändern.

Im Ausland wird dem dualen Ausbildungssystem in Deutschland Bewunderung gezollt, gerade wenn es darum geht, die Jugendarbeitslosigkeit niedrig zu halten. Dies gelingt Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut. Eines wirft allerdings einen Schatten auf den Erfolg dieses Modells: die seit einigen Jahren vorherrschende Problematik der unbesetzten Ausbildungsplätze. Im Fokus der politischen Diskussion steht dabei die Frage, wie Auszubildende und Unternehmen besser zueinanderfinden können. Der jährliche Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung diskutiert nicht nur die Besetzungsprobleme seitens der Unternehmen, sondern verdeutlicht ebenso: Schulabgänger können nicht immer ihrer Wunschausbildung nachgehen oder finden überhaupt keinen Ausbildungsplatz.

Wie also kommen Arbeitgeber und Schulabgänger zusammen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Indeed-Ausbildungsreports. Daraus leiten sich folgende konkrete Fragestellungen ab: Wann veröffentlichen Arbeitgeber ihre Stellen für Ausbildungsplätze? Wann suchen Schulabgänger nach einer Ausbildung? Was für Ausbildungsberufe suchen Arbeitgeber? Was suchen angehende Auszubildende? Wo suchen Arbeitgeber und wo suchen Schulabgänger? Als Datenbasis dienen alle bundesweiten Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze sowie das Suchverhalten auf Indeed.de.

Die Analysen zeigen, dass Unternehmen und Schulabgänger – sowohl in Bezug auf Zeitraum und Standort als auch die Berufe an sich – oftmals aneinander vorbeiagieren. Die Ergebnisse in Kürze:

  • Unternehmen veröffentlichen Ausbildungsplätze oftmals früher, als Schulabgänger mit der Suche beginnen.
  • 31 % der Schulabgänger sind bei der Berufswahl zunächst noch unentschlossen.
  • Der Suchaktivitätsindex verdeutlicht: Was und wo einerseits Ausbildungsinteressenten und andererseits Arbeitgeber suchen, passt nicht immer zusammen.
  • Insbesondere in Bayern und einigen ostdeutschen Bundesländern ist der Ausbildungsmarkt schwierig für Arbeitgeber und gut für Bewerber.

1. Der richtige Zeitpunkt

a. Wann veröffentlichen Arbeitgeber Stellen für Ausbildungsplätze?

Bei der Auswertung aller bundesweiten Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze auf Indeed.de in der Zeit von Januar 2016 bis Juni 2018 zeigt sich ein eindeutig saisonales Muster: Arbeitgeber veröffentlichen die meisten Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze im September eines Jahres. Bis Ende des Jahres nimmt dann die Zahl der neu veröffentlichten Ausbildungsstellen zunächst ab, bevor sie dann im neuen Jahr noch einmal ansteigt. Im April gab es in den vergangenen Jahren immer die wenigsten neuen Ausbildungsstellen. Von April bis September stieg die Zahl der neu veröffentlichten Ausbildungsplätze dann kontinuierlich an. Allerdings treffen bei dieser Entwicklung zwei unterschiedliche Effekte aufeinander: Erstens vereinzelte Unternehmen, die bereits im Frühjahr beginnen, für das folgende Jahr ihre Ausbildungsstellen auszuschreiben. Zweitens, und das vorwiegend, Unternehmen, die immer noch Auszubildende für den Ausbildungsstart im Sommer suchen.

Für das Jahr 2018 lässt sich eine abweichende Entwicklung beobachten: Das Niveau der neu veröffentlichten Ausbildungsstellen sinkt im April 2018 nicht ab, sondern bleibt konstant hoch. Dadurch liegt das Niveau der neuen Veröffentlichungen im Mai und Juni 2018 bereits weit über dem der Vorjahre. Diese Entwicklung ist durch eine Vielzahl an Ausbildungsstellen gekennzeichnet, die noch bis zum Sommer 2018 besetzt werden sollen.

 

b. Wann suchen (zukünftige) Schulabgänger/innen nach Ausbildungsplätzen?

Die meisten Ausbildungsinteressenten beginnen ihre Suche bevorzugt im neuen Jahr. Es liegt nahe, dass das Halbjahreszeugnis ein Grund dafür ist. In den vergangenen beiden Jahren 2016 und 2017 war ein stark saisonaler Trend zu beobachten. Zu Beginn des Jahres war der Anteil der Suchen auf Indeed nach einem Ausbildungsplatz besonders hoch und hat im Laufe des Jahres abgenommen. Im Bewerbungsjahr für den Ausbildungsstart im Sommer 2018 zeigt sich ein neuer Trend: Bereits seit Oktober 2017 nehmen die Suchen nach Ausbildungsplätzen zu und zeigen seitdem einen positiven Trend an. Diese neue Entwicklung dürfte nicht in die Richtung zu interpretieren sein, dass sich plötzlich mehr Schulabgänger für einen Ausbildungsplatz interessieren, da die Zahlen aus den vergangenen Jahren gezeigt haben, dass die Tendenz rückläufig ist.

 

2. Was suchen Unternehmen? Was suchen Schulabgänger/innen?

a. Absolventen sind bei der Suche oft noch unentschieden

Die Analyse der Suchanfragen auf Indeed.de von Oktober 2017 bis Juni 2018 verdeutlicht, dass Schulabgänger in ihrem Berufswunsch oft noch unentschieden sind. 31 % aller Suchanfragen nach Ausbildungsplätzen oder einem Dualen Studium beinhalten keine präzise Fachrichtung und keine bestimmte Berufsbezeichnung, sondern allgemeine Suchbegriffe wie “Ausbildung” oder “Duales Studium”. Wenn man nur die (zukünftigen) Schulabgänger betrachtet, die nach einer Ausbildung suchen, sind es 29,6 %, die noch keine genaue Vorstellung davon haben, welcher Ausbildungsberuf für sie interessant sein könnte. Bei Schulabgängern, die nach einem Dualen Studium suchen, sind es sogar über die Hälfte (53 %) der Suchanfragen, die keine präzise Fachrichtung oder bestimmte Berufsbezeichnung beinhalten. Ein weiterer Beleg für diese Unentschiedenheit sind die 4,6 % der Suchanfragen für eine kaufmännische Ausbildung – ohne weitere Spezifizierung. Das ist zwar etwas konkreter als die Suche nach einer “Ausbildung”, aber immer noch nicht sehr spezifisch – in Anbetracht dessen, dass es laut der Berufe-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit über 40 kaufmännische Ausbildungsberufe gibt.

b. Gefragte Ausbildungsberufe: Schulabgänger und Unternehmen haben unterschiedliche Wünsche

Ob und wie Arbeitgeber und Schulabgänger für eine Ausbildung zusammenfinden, steht im Mittelpunkt dieser Indeed-Studie. Dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Suche einen wichtigen Einflussfaktor darstellt, haben wir bereits untersucht. Einen wichtigen weiteren Faktor stellt der Beruf selbst dar. Ausbildungsberufe, die bei der Suche am beliebtesten sind, sind nicht unbedingt die Ausbildungsplätze, die Unternehmen gern besetzen würden.

Dies verdeutlicht der Vergleich von zwei Top-10-Rankings der Ausbildungsberufe: Das erste Ranking betrachtet die zehn Ausbildungsberufe, für die Unternehmen die meisten Stellenausschreibungen veröffentlichen. Der Einzelhandel stellt mit 21,7 % aller Ausschreibungen einen wichtigen Anbieter von Ausbildungsplätzen dar: Es werden vor allem Kaufleute im Einzelhandel (9,2 %), Schulabgänger für das Abiturientenprogramm (6,4 %), das vor allem im Einzelhandel angeboten wird, oder Verkäufer/innen (6,1 %) gesucht. 6,5 % aller Ausbildungsangebote sind explizit als Duales Studium gekennzeichnet. Damit finden sich direkt zwei Angebote im Top-10-Ranking, die gezielt Abiturientinnen und Abiturienten ansprechen: das Duale Studium und das Abiturientenprogramm. Letzteres ist ein speziell auf diese Absolventengruppe zugeschnittenes Ausbildungsprogramm. Im “Abiturientenprogramm” werden doppelte Abschlüsse angeboten, beispielsweise zur Kauffrau/zum Kaufmann im Einzelhandel mit integrierter Weiterbildung zur Handelsfachwirtin/zum Handelsfachwirt.

Das zweite Ranking listet Ausbildungsberufe auf, die am häufigsten auf Indeed.de gesucht werden. 10 % aller Suchanfragen nach Ausbildungsplätzen sind für den Beruf der medizinischen Fachangestellten (MFA). Sehr beliebt ist außerdem das Duale Studium (8,3 %) bzw. die Ausbildung für Industriekaufleute (5,7 %).

Der Suchaktivitätsindex verdeutlicht das Verhältnis von Suchanfragen und Stellenausschreibungen. Nur für die Ausbildung im Büromanagement und die Ausbildung zu/r Fachinformatiker/in ist die Verteilung eher ausgeglichen: Das Kaufleute für Büromanagement sind in beiden Rankings auf Platz 5. Fachinformatiker/in ist im Ranking der Unternehmen auf Platz 6 und bei Ausbildungssuchenden auf Platz 7. Für andere Ausbildungen ist die Verteilung unausgeglichen, was sich durch einen stark von 1 abweichenden Wert im Suchaktivitätsindex ausdrückt. So ist zum Beispiel für die Ausbildung zu tiermedizinischen Fachangestellten das Interesse seitens der Jobsuchenden sehr hoch. Das heißt, es gibt anteilsmäßig viel mehr Suchanfragen als Stellenausschreibungen für diese Ausbildung.

Besonders auffällig ist, dass Ausbildungsberufe für den Einzelhandel durchweg einen niedrigen Wert beim Suchaktivitätsindex aufweisen: Das heißt, Ausbildungsinteressierte suchen anteilsmäßig weniger nach einer Ausbildung im Einzelhandel als Unternehmen nach entsprechenden Bewerbern suchen. Etwas abgeschwächt wird dieses Ungleichgewicht dadurch, dass viele der unspezifischen Suchanfragen nach einer kaufmännischen Ausbildung letztlich den Ausbildungen im Einzelhandel zugeordnet werden können.

Ein bei der Suche beliebter Ausbildungsberuf ist Erzieher/in. Hierbei handelt es sich allerdings um eine schulische Ausbildung (nähere Infos bietet das Berufenet der Bundesagentur für Arbeit). Die vorhandenen Ausbildungsangebote beziehen sich lediglich auf das Berufspraktikum, also den praktischen Teil der Ausbildung. Aus unseren Daten ist nicht ersichtlich, ob es sich bei den Suchenden um Personen handelt, die sich eine Ausbildung als Erzieher/in vorstellen können und vielleicht noch nicht wissen, dass es sich um eine schulische Ausbildung handelt. Oder aber, ob es sich um bereits in Ausbildung befindliche Erzieher/innen handelt, die eine Einrichtung für ihr Betriebspraktikum suchen. Was allerdings aus dem Suchaktivitätsindex sehr deutlich wird ist, dass der Anteil der Suchen viel höher ausfällt als der Anteil der Stellenausschreibungen.

Die Top 10 der Suchanfragen sind stark durch von Frauen bevorzugte Ausbildungsberufe geprägt: Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist der Anteil der weiblichen Auszubildenden bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für medizinische Fachangestellte (97,6 %), zahnmedizinische Fachangestellte (98,1 %), tiermedizinische Fachangestellte (94,3 %) oder auch Kaufleute im Büromanagement (72,2 %) sehr hoch. Demgegenüber steht die Ausbildung zum Fachinformatiker mit fast ausschließlich männlichen neuen Azubis (92,3 %).

 

3. Wo suchen Unternehmen und wo Ausbildungsinteressierte?

Bei der Frage, wie Unternehmen ihre Azubis finden und wie angehende Azubis ihren Ausbildungsplatz finden, ist der Standort entscheidend. Werden Ausbildungsplätze dort angeboten, wo nach Ausbildungsplätzen gesucht wird? Dies wird im Folgenden untersucht.

NRW, Bayern und Baden-Württemberg sind die bevölkerungsreichsten Bundesländer mit den meisten Erwerbstätigen. Laut Berufsbildungsbericht wurden in NRW im Jahr 2017 die meisten Ausbildungsverträge abgeschlossen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Indeed-Daten zeigen: Die bayerischen Unternehmen würden gern mehr Auszubildende anstellen. In Bayern gab es in der Zeit von Oktober 2017 bis Mitte Juli 2018 anteilsmäßig die meisten Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze (22,4 %). NRW (18,5 %) belegt Platz zwei, gefolgt von Baden-Württemberg (13,2 %) auf Platz drei.

Die Verteilung von Ausschreibungen und Suchen nach Ausbildungsplätzen fällt regional nicht so unausgeglichen aus, wie sich bei der Betrachtung einzelner Ausbildungsberufe gezeigt hat. Dennoch gibt es regionale Unterschiede: Insbesondere in Bayern und in den meisten ostdeutschen Bundesländern werden anteilig mehr Ausbildungsstellen ausgeschrieben als gesucht. Damit spiegelt der Indeed-Suchaktivitätsindex den Trend wider, den das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) für das Ausbildungsjahr 2017/2018 aufzeigt. Es lässt sich also schlussfolgern, dass Indeed-Daten zu Stellenausschreibungen und Suchanfragen bereits ein Indikator sind für tatsächliche Besetzungsschwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt.

 

4. Last-Minute-Ausbildungsplätze

Indeed-Daten sind in Echtzeit verfügbar, sodass sich analysieren lässt, welche Ausbildungsplätze in welchen Regionen tagesaktuell bundesweit verfügbar sind. Von den seit Oktober 2017 auf Indeed.de veröffentlichten Ausbildungsplätzen sind Mitte Juli 2018 durchschnittlich noch 11 % verfügbar.

Ein Vergleich der Bundesländer (siehe Tabelle unten) zeigt, dass insbesondere in Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt kurz vor Ausbildungsbeginn noch überdurchschnittlich viele Plätze frei sind. In Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und im Saarland sind hingegen nur noch unterdurchschnittlich wenige Plätze verfügbar.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist in den Großstädten sehr ähnlich. Es gibt nur wenige regionale Unterschiede zwischen den sieben größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. Es zeigt sich, dass solche Ausbildungsberufe, die laut den vorherigen Analysen von Unternehmen am häufigsten gesucht wurden, auch jetzt noch überall gesucht werden. Hinzu kommen nun zusätzlich noch Ausbildungsberufe aus dem Bereich Hotel und Gastronomie sowie Handel, Lager und Logistik.

 

5. Fazit und 3 Empfehlungen für Arbeitgeber und Bewerber

Der Indeed-Ausbildungsreport 2018 hat die Entwicklungen des Ausbildungsmarktes in Deutschland betrachtet. Die Big-Data-Analyse bezieht sich auf Millionen von bundesweiten Stellenausschreibungen und Suchanfragen auf Indeed.de der letzten zweieinhalb Jahre (von Januar 2016 bis Mitte Juli 2018).

Heutzutage haben Unternehmen große Schwierigkeiten, Azubis zu finden. Gleichzeitig ist immer noch eine Vielzahl von Schulabgängern ohne Ausbildungsplatz. Daher wird es immer wichtiger zu verstehen, wie Arbeitgeber und zukünftige Auszubildende auf dem Ausbildungsmarkt zusammenfinden. Um diesen Prozess zu durchleuchten, hat sich die Studie auf die Beantwortung folgender Fragen konzentriert: Wann veröffentlichen Unternehmen ihre Stellen für Ausbildungsplätze? Wann suchen Schulabgänger nach einer Ausbildung? Was für Ausbildungsberufe suchen Unternehmen? Was suchen angehende Auszubildende? Wo suchen Unternehmen und wo suchen Schulabgänger?

Die wichtigsten Ergebnisse hier noch einmal zusammengefasst:

Arbeitgeber veröffentlichen ihre Jobs bereits im Herbst, während viele Schulabgänger erst zu Beginn des neuen Jahres nach Ausbildungsplätzen suchen. Viele Bewerber sind noch unentschlossen bei ihrem Berufswunsch. Der Suchaktivitätsindex verdeutlicht, wie ausgeglichen die Verteilung von Stellenausschreibungen und Suchanfragen ist. Für die Top-10-Ausbildungsberufe, die Arbeitgeber besetzen wollen und die Top 10 der beliebtesten Suchanfragen ist die Verteilung meist unausgeglichen. Das heißt, ein hoher Anteil der Suchanfragen trifft oftmals auf ein niedrigeres Angebot. Umgekehrt sind viele der Top-10-Berufe der Arbeitgeber bei Schulabgängern wenig gefragt. Ein Blick auf regionale Verteilungen von Stellenausschreibungen und Suchanfragen verdeutlicht insbesondere für Bayern und die meisten ostdeutschen Bundesländer einen geringen Suchaktivitätsindex. Viele Ausbildungsplätze sind auch „last minute“ – also kurz vor dem Start in das neue Ausbildungsjahr – noch verfügbar. Auf Länderebene gibt es einige regionale Unterschiede, in den sieben betrachteten Großstädten fällt das Bild sehr ähnlich aus.

Aus den Daten und Analysen lassen sich diese Top-3-Empfehlungen für Arbeitgeber sowie für Bewerber ableiten:

Empfehlungen für Arbeitgeber:

1. Verlängern Sie die Rekrutierungsphase für Auszubildende.

  • Schreiben Sie bereits im Herbst aus – genau wie die meisten Unternehmen. Sollten Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, schreiben Sie im neuen Jahr erneut aus. Dann suchen Schulabgänger vermehrt auf Indeed nach einem Ausbildungsplatz.

2. Erhöhen Sie die Sichtbarkeit bei Absolventen. Gestalten Sie den Bewerbungsprozess möglichst einfach und unkompliziert.

  • 31 % der Suchanfragen nach Ausbildungsplätzen und Dualem Studium sind ohne präzise Fachrichtung: Durch Premium-Stellenanzeigen werden Jobs für Schulabgänger bei der großen Auswahl erst sichtbar. Bewerber werden so inspiriert, sich für genau diese Stelle bzw. diesen Beruf zu bewerben.

3.Duales Studium als Alternative zur klassischen Ausbildung anbieten?

  • 8,3 % der Suchanfragen für eine Ausbildung sind für ein Duales Studium. Dabei zeigt der Indeed-Suchaktivitätsindex, dass derzeit der Anteil von Suchen nach einem Dualen Studium höher ist als der Anteil der angebotenen Plätze. Warum nicht einmal darüber nachdenken, schwierig zu besetzende Ausbildungen als Duales Studium anzubieten?

Empfehlungen für Bewerber:

1. Starten Sie mit der Suche im Herbst des Vorjahres.

  • Unternehmen veröffentlichen zu dieser Zeit die meisten Ausbildungsplätze – die Auswahl ist also besonders groß. Der frühe Start der Suche nach einem Ausbildungsplatz hat auch einen Vorteil gegenüber möglichen Mitbewerbern, da viele Schulabgänger erst im neuen Jahr mit der Suche beginnen. Bei einigen großen Unternehmen liegt die Bewerbungsfrist über ein Jahr vor dem Ausbildungsstart – deshalb besser frühzeitig informieren.

2. Auch kurzfristig können Sie noch einen Ausbildungsplatz finden.

  • Wenn Sie kurz vor dem Ausbildungsstart noch keinen Platz gefunden haben, lohnt sich der Blick auf Indeed. Hier finden sich auch kurzfristig noch viele Ausbildungsplätze für den Start im Sommer.

3. Suchen Sie nicht nur nach dem Begriff “Ausbildung”, sondern ergänzen Sie die Fachrichtung oder die Berufsbezeichnung.

  • Je präziser die Suchanfragen sind, desto relevanter die Ausbildungsplätze, die angezeigt werden.

Methodische Hinweise

Als Datenbasis dienen alle bundesweiten Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze sowie das Suchverhalten auf Indeed.de für die Zeit von Januar 2016 bis Mitte Juli 2018. Indeed ist in über 60 Ländern verfügbar. Die Analysen zum deutschen Ausbildungsmarkt konzentrieren sich auf Daten von Indeed.de. Für aktuelle Entwicklungen wird nur die Zeit von Oktober 2017 bis Ende Juni 2018 bzw. Mitte Juli 2018 betrachtet. Oktober 2017 wurde als Startzeitpunkt gewählt, da zu diesem Zeitpunkt in allen Jahren der Ausbildungsbeginn vorbei ist. In den jeweiligen Abschnitten ist in den Abbildungen und Tabellen eindeutig bezeichnet, auf welchen Zeitraum sich die Analysen beziehen.

Die Analysen der Stellenausschreibungen beziehen sich auf drei Komponenten: Erstens, wann Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze veröffentlicht werden. Zweitens, welche Ausbildungsberufe Unternehmen suchen und drittens, wo sie diese Ausbildungsplätze anbieten. Dabei werden Stellenausschreibungen einbezogen, die im jeweiligen Analysezeitraum auf Indeed verfügbar waren. Die Analysen des Suchverhaltens beziehen sich ebenfalls auf drei Komponenten: Wann nach Ausbildungsplätzen gesucht wird, nach welchen Ausbildungsberufen gesucht wird und wo nach Ausbildungsplätzen gesucht wird. Eine Suche nach Ausbildungsplätzen wird als solche definiert, wenn die Suchanfrage einen der folgenden Wortstämme beinhaltet: Ausbildung, Auszubildende, Azubi, Abiturientenprogramm, Lehrstelle, Duales Studium. Suchanfragen mit dem Suchbegriff “abgeschlossene Ausbildung” oder “ohne Ausbildung” sowie nach Ausbildungsleiter, Ausbilder, Ausbildungsbetreuer, Praktikum, Praktika, Praktikant, Trainee werden explizit ausgeschlossen.       

Um das Duale Studium der klassischen dualen Ausbildung gegenüberstellen zu können, wurden alle Ausbildungsangebote im Kontext eines Dualen Studiums in eine Kategorie zusammengefasst. Dasselbe gilt für Ausbildungen als Abiturientenprogramm. Bei der Interpretation der Ergebnisse sollte dieses methodische Vorgehen beachtet werden, um die Bedeutung des Dualen Studiums bzw. des Abiturientenprogramms gegenüber anderen Ausbildungsberufen in den dargestellten Rankings nicht zu überschätzen.

Abschließend sei darauf verwiesen, dass die Zahl der verfügbaren Ausbildungsplätze möglicherweise leicht unterschätzt wird. Wenn Unternehmen an einem Standort für einen Ausbildungsberuf mehr als einen Auszubildenden suchen und diese Stellen nicht zu unterschiedlichen Zeitpunkten veröffentlichen, ist die Zahl der tatsächlichen Stellen nicht ersichtlich. Das ist eine besondere Eigenschaft von Ausbildungsplätzen, wo – anders als bei bereits qualifizierten Fachkräften – Arbeitgeber häufig mehr als nur einen Mitarbeiter suchen.

Was Indeed von traditionellen Jobbörsen unterscheidet: Traditionelle Jobbörsen veröffentlichen ausschließlich kostenpflichtige Stellenausschreibungen. Etwa 48 % der Unternehmen veröffentlichen ihre offenen Positionen ausschließlich auf den eigenen Firmen-Homepages bzw. Karriereseiten (Quelle: anzeigendaten.de, Auswertung von 34.047 deutschen Firmen-Homepages, Februar 2018). Diese Jobs können Jobsuchende ausschließlich auf Jobsuchmaschinen wie Indeed finden. Indeed indexiert und aggregiert Jobangebote von tausenden Unternehmenskarriereseiten sowie einer Vielzahl von Jobbörsen und Personaldienstleistern. Zudem können Unternehmen ihre Jobs direkt auf Indeed kostenlos schalten. (Es gelten übliche Geschäftsbedingungen, Qualitätsstandards und Nutzungsbeschränkungen.) So spiegelt Indeed einen sehr großen Anteil des Arbeitsmarktes in Deutschland wider.

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