Coronavirus

Aktuelle Indeed-Zahlen zum Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf den Arbeitsmarkt


Rückgang der Stellenausschreibungen in Deutschland verlangsamt sich.

Der Indeed-Job-Index wird regelmäßig aktualisiert, um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den deutschen Arbeitsmarkt topaktuell zu betrachten. Es gibt bereits aktuellere Daten: Hier geht es zu den neuen Analysen vom 30. April.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet Rekordzahlen bei den Anzeigen für Kurzarbeitergeld. Weitere Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und auch des Statistischen Bundesamtes sind derzeit noch nicht auf dem neuesten Stand, um den Einfluss der Coronavirus-Pandemie auf den Arbeitsmarkt zu erfassen. 

Demgegenüber sind Indeed-Daten zeitnah verfügbar. Wir bieten ein wöchentliches Update zu den aktuellen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Arbeitsmarkt. Denn die Aktualität der Daten ist hier ganz entscheidend: Unsere bisherigen Analysen zeigen, wie schnell sich die Entwicklungen derzeit verändern. Daten, die letzte Woche noch aktuell waren, können diese Woche bereits veraltet sein. 

Die aktuellen Ergebnisse im Vergleich zur Vorwoche

Der Indeed-Job-Index zeigt an, dass Stellenausschreibungen weiterhin rückläufig sind, allerdings flacht sich die Entwicklung derzeit leicht ab – allerdings wäre es zu früh für eine Entwarnung. Die Entwicklung der Stellenausschreibungen bis zum 16. April liegt derzeit 16,9 % unter der Vorjahresentwicklung. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass die Entwicklung der Stellenausschreibungen in Deutschland weniger negativ verläuft als in anderen Ländern und dieser Trend setzt sich weiter fort. Mit Gründen dafür haben wir uns im Beitrag letzter Woche beschäftigt.

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie unterscheiden sich erheblich zwischen den Berufen. Der Rückgang der Stellenausschreibungen im Hotelgewerbe und dem Tourismus sowie der Lebensmittelzubereitung und -dienstleistung, wie etwa Restaurants und Cafés, setzt sich fort. Vergangene Woche hat sich bereits für die Berufe des Baugewerbes und der Software-Entwicklung eine Stabilisierung der Entwicklung angedeutet, die sich mit den aktuellen Zahlen weiter fortsetzt. Zusätzlich scheint sich auch der Rückgang der Stellenausschreibungen im Einzelhandel zu verlangsamen.

Vergangene Woche haben wir gesehen, dass auch der Rückgang bei neuen Stellenausschreibungen in vielen anderen Ländern wesentlich stärker ausfällt als in Deutschland. Ein detaillierter Blick auf Deutschland zeigt, dass sich der starke Rückgang der neuen Stellenausschreibungen seit Anfang April beginnt zu verlangsamen. Gerade in den letzten Tagen vor Ostern zeigt sich allerdings wieder eine stärker rückläufige Entwicklung. Zur Interpretation lohnt sich ein Blick auf das vergangene Jahr, denn hier zeigt sich ein “Oster-Effekt”. Das bedeutet, um Ostern und zur Zeit der Osterferien waren neue Stellenausschreibungen auch in 2019 rückläufig. In 2019 war Ostern später, weshalb der rückläufige Trend zur selben Zeit im April noch nicht abgeschlossen war, dann aber im Mai wieder positiv verläuft (noch nicht auf der Abbildung zu sehen).

Was erwartet uns nächste Woche?

Einen rückläufigen Trend der neuen Stellenausschreibungen beobachten wir aufgrund der Coronavirus-Pandemie dieses Jahr viel früher und auch ausgeprägter. Welchen Anteil der “Oster-Effekt” am aktuellen Rückgang hat und welcher Rückgang auf die Coronavirus-Pandemie zurück zu führen ist, ist nur schwierig zu lassen. Das bedeutet aber auch, dass die Wochen nach Ostern wichtig werden, um zu beobachten, wie sich die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Arbeitsmarkt auswirken. Flacht sich die Stabilisierung weiter ab? Werden neue Stellenausschreibungen weiterhin rückläufig sein? Oder setzt nach dem “Oster-Effekt” vielleicht ein positiver Trend ein? Wir wissen es derzeit noch nicht, werden aber auch nächste Woche wieder über die aktuellsten Entwicklungen berichten.

Methodische Hinweise

Um die aktuellen Covid-19-Entwicklungen auf den Arbeitsmarkt zu untersuchen, vergleichen wir die Entwicklungen der Online-Stellenanzeigen auf Indeed diesen Jahres seit Anfang Februar mit den Entwicklungen des letzten Jahres im gleichen Zeitraum. Für jeden Tag wird ein gleitender Durchschnitt über 7 Tage berechnet. Dabei dient der 01. Februar als Basiswert (01. Februar = 100). Für neue Stellenausschreibungen nutzen wir ebenfalls diese Methode. Die zugrunde liegende Messgröße ist die Zahl der Stellenausschreibungen, die seit 7 Tagen oder kürzer auf Indeed zu finden ist. An einigen Stellen sprechen wir von der “%-Veränderung 2020 vs. 2019”. Hierfür berechnen wir die prozentuale Veränderung der Stellenzuwachsrate seit dem 01. Februar im Vergleich zum gleichen Datum des Vorjahres. 

Wir haben den 01. Februar als Basiswert definiert, da zu dieser Zeit das Coronavirus in Deutschland mit wenigen Ausnahmen noch nicht angekommen war. Erst in der Woche vom 24. Februar wurden zwei Fälle in Heinsberg bekannt, sodass wir die Entwicklungen vor der Coronavirus-Pandemie mit den Entwicklungen während der Coronavirus-Pandemie vergleichen können. Neue Stellenausschreibungen definieren wir als solche Stellen, die seit 7 Tagen oder kürzer auf Indeed auffindbar sind.

Informationen, die auf öffentlich zugänglichen Daten der Indeed Deutschland Website (und ggf. anderen genannten Ländern) basieren, sind keine Vorhersagen zukünftiger Ereignisse und umfassen sowohl bezahlte als auch unbezahlte Stellenausschreibungen. 

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